Bővebb ismertető
Vorwort zur siebenten Auflage.
Dieses Buch erschien in erster Auflage 1905 als schmaler Band. Es lehnte sich an die Bedürfnisse der Kraftwerkbetriebe an, über die es nicht viel zu berichten gab. Im Kesselhaus hatte man das gesetzlich vorgeschriebene Manometer. Thermometer brauchte man kaum, solange das Speisewasser nicht vorgewärmt und der Dampf nicht überhitzt wurde. Waagen für Wasser und Kohle oder der neu aufgekommene Ados-Apparat, der die Kohlensäure im Rauchgas aufschrieb, waren Zeichen eines fortschrittlich geleiteten Betriebes. In der chemischen Fabrik und in Hüttenwerken wurde, wenn wir älteren Berichten Glauben schenken, überhaupt kaum gemessen, denn man verdiente auch so und scheute überflüssige Ausgaben. Die Vereinigten Staaten waren damals schon in manchem weiter.
Aus diesen Anfängen ist heute ein umfangreiches Fachgebiet geworden. Es gilt die Forderung: Alles messen, was meßbar ist, und versuchen, meßbar zu machen, was noch nicht meßbar ist. Cabl Bosch gab 1912 beim Bau des Stickstoffwerkes Oppau und später auch in Leuna den Auftrag, für die Betriebskontrolle eine eigene Abteilung einzurichten. Etwa seit dieser Zeit ist die Betriebskontrolle in ständigem Aufschwung. Dem Vorbild folgten bald andere Werke der Chemie und Hüttenindustrie; die meßtechnische Überwachung des Kesselbetriebes setzte ein, als mit dem Aufbau der Stromversorgung große Kraftwerke entstanden.
Im Einsatz und in der Weiterentwicklung der Geräte sind zwei Richtungen zu erkennen, die allerdings ineinahder übergehen.
1. In einfacheren Betrieben scheut man Geräte, mit denen man bei Störungen nicht selbst zurechtkommt; man schätzt das Quecksilberthermometer, den mechanischen Indikator, den Schwimmerdampfmesser, deren Wirkung jeder übersehen kann.
2. Für Großbetriebe mit ausgebildeter Betriebskontrolle sind wissenschaftlich fundierte Geräte entwickelt worden, die der Forderung nach Fernanzeige in einer Meßzentrale oder nach Reglung gerecht werden, die aber bei der Handhabung Erfahrung verlangen und sich besser für regelmäßige Benutzung als für gelegentliche eignen, wie der Piezo-indikator; auch schon die einfachen elektrischen Temperaturmessungen gehören hierher.
Dieses Buch bemüht sich, beiden Richtungen gerecht zu werden, in erster Linie allerdings wie bisher die alltäglichen Bedürfnisse zu befriedigen; für Geräte, die man bisweilen unter dem Namen der physikalischen zusammenfaßt, wird eine Einführung gegeben, die dem Anfänger nützlich sein wird. Die Raumfrage zwang zur Beschränkung, manche