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Larry blickte von dem Brief auf, den sie gerade las, und sagte: »Onkel Richard ist übergeschnappt!«
Diese Feststellung brachte uns alle völlig durcheinander. Wir hatten Richard O'Neill zwar nur flüchtig kennengelernt, aber er hatte uns durch seine ausnehmend normale Art beeindruckt. Der Typ des angenehm dickköpfigen Geschäftsmannes, der nur eine Schwäche besaß: Larry, die er nach dem Tod ihrer Eltern aufgezogen hatte.
»Das ist übel«, meinte Sam mitleidig. »Entweder Magengeschwüre oder Nervenzusammenbrüche - so geht es den Leuten, die einen Haufen Geld verdienen.«
Larry sah ihren Mann vorwurfsvoll an. »So kann nur ein Farmer daherreden. Weiß Gott! Du scheinst der Meinung zu sein, daß der Mensch nur in der freien Natur dieses Landes hier normal bleiben kann.«
Hier mischte sich Paul ein. »Natürlich gibt es auch Fälle, das wissen wir alle, wo es selbst die freie Natur nicht fertiggebracht hat, die Leute bei Verstand zu halten.«
Ich hielt es für angebracht, ebenfalls etwas dazu zu äußern. Es gibt für meinen Mann nichts Schöneres, als sich mit meiner besten Freundin ein wenig in die Wolle zu kriegen, aber jetzt war nicht der Moment dazu. Ich wollte wissen, was mit Onkel Richard los war.
»Der arme Mr. O'Neill«, sagte ich. »Er ist der letzte, dem ich einen Nervenzusammenbruch zugetraut hätte.«
»Noch dazu«, meinte Paul zustimmend, »wo er Jahre härtester Prüfung überlebt hat, die kaum ein Mensch überstanden haben würde. Wie alt warst du, Larry, als du zu ihm zogst?«
»Fünf«, antwortete Larry abwesend und blickte kopfschüttelnd auf den Brief. »Es ist einfach erschütternd.«
»Und du warst einundzwanzig, als wir heirateten«, sagte Sam nachdenklich. »Einundzwanzig weniger fünf. Wieviel ist das?«
»Vierzehn«, antwortete seine Frau prompt. »Aber was hat das mit dem Ganzen zu tun? Susan, kannst du die beiden nicht daran hindern, sich wie Schulbuben zu benehmen? Diese Ge-schidite ist ein scheußlicher Schlag für mich. Das hätte ich mir nie im Leben träumen lassen.«