Bővebb ismertető
a) Begründung der Texteditíon. Obwohl gegenwártig eine gewisse Stagnation in der Bildungsreform" der BRD eingetreten ist, vollzieht sich doch weithin ein Übergang vom vertrauten, im gesellschaftlichen Bewufitsein über hundertjahríge Tradition fest verankerten dreigliedrigen Schulsystem zu Formen einer differenzierten Gesamtschule. Dieser konfliktreiche Prozefi verunsichert alle von ihm betroffenen Gruppén. NaheZu selbstverstandlich gewordene Erwartvmgen der Schüler, Eltern, Lehrer, Abnehmergruppen und zustandigen politischen Instanzen werden, scheinbar plötzlich, nicht mehr erfüllt, wáhrend andererseits weitgesteckte Hoffnungen, die man an die Reform knüpfte, im politischen Alltagsgescháft der Schulpolitik allmáhlich versanden. Insbesondere die Mitgüeder der zahlreichen padagogischen Planungsgruppen, in denen Verwaltungsbeamte, Lehrer und Wissenschaftler zusammenarbeiten, werden durch diese Situation zum Nachdenken über den Sinn von Schule in der gegenwártigen Gesellschaft gezwungen. Dabei geht es keineswegs mehr alléin um die Frage, was und wozu gelehrt und gelernt werden soll", wie Fritz Bláttner in seiner Theorie des Gymnasiums noch formulieren konnte1. Zweifelhaft wird vielmehr, ob es überhaupt noch sinnvoll sei, die Schule als Institution zur Reproduktion der hochindustrialisierten Klassengesellschaft" zu erhalten imd es nicht besser sei, das verschulte, vom Lehren abhángig gewordene Lernen" abzuschaffen und neue, sozialpádagogisch begründete Einrichtungen der Kommvuiikation zwischen den verschiedenen Altersgruppen zu entwickeln2. Auch im jüngsten Gutachten des Deutschen Bildungsrates zur Sekundarstuf e II ist diese radikale Kritik an der Lernschule zu spüren. Das von ihm in Vorschlag gebrachte Kolleg" sieht vier Lernorte" vor, namlich: Schule, Betrieb, Werkstatt und Studio. In der Begründung des Vorschlages deutet sich eine Tendenzwende an: Wáhrend das tradierte Legitimationsmuster der Curriculumtheorie noch von der Analyse bestimmter Verwendungssituationen" ausgeht und von dorther auf Qualifikationen" schliefit, die von der Schule zu vermitteln sind, fragt das Gutachten danach, was die postulierten Lernvorgánge nicht nur für das künftige, sondern auch für das gegenwártige Leben der Jugendlichen bedeuten. Vom Stand dieser Diskussion her gesehen, erscheint die Forderung begründet, dafi sich alle 1F. Blattner: Das Gymnasium. Heidelberg 1960, Seite 23. 2H. von Hentig: Vorwort zu: James Herndon: Die Schule überleben. Stuttgart 1972, Seite 5.