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Tibetische Kunst [antikvár]

J. Vanis, L. Jisl, V. Sís

 
Das vorliegende Werk will dem europäischen Leser das ihm bisher kaum bekannte tibetische Kujistschaffen näherbringen, ihm so gewissermaßen als Führer durch dieses Schaffen dienen und ihn mit den Kunstäußerungen der Bewohner dieses Hochgebirgslandes vertraut machen. Dieser Arbeit liegen neben dem Material aus öffentlichen und privaten Sammlungen in der Tschechoslowakei, die von zwei tschechoslowakischen Filmreportern auf einer Tibet-Expedition in den Jahren ig§3—'955 gewonnenen authentischen Dokumente zugrunde. Damit wurde...
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Das vorliegende Werk will dem europäischen Leser das ihm bisher kaum bekannte tibetische Kujistschaffen näherbringen, ihm so gewissermaßen als Führer durch dieses Schaffen dienen und ihn mit den Kunstäußerungen der Bewohner dieses Hochgebirgslandes vertraut machen. Dieser Arbeit liegen neben dem Material aus öffentlichen und privaten Sammlungen in der Tschechoslowakei, die von zwei tschechoslowakischen Filmreportern auf einer Tibet-Expedition in den Jahren ig§3—'955 gewonnenen authentischen Dokumente zugrunde. Damit wurde lediglich ein bescheidener Versuch unternommen, das Wesen der tibetischen Kunst zu beleuchten, wobei es Berufeneren vorbehalten bleibt, dereinst ihre zum Großteil noch immer verborgene Geschichte völlig zu enthüllen. ERSTE BEGEGNUNG MIT DER KUNST TIBETS Tibet galt bisher wegen der gewaltigen Ausdehnung des tibetischen Hochlandes mit seinen wilden Steilhängen und fast ständig in Nebel gehüllten Berggipfeln mit ewigem Schnee und Eis ziemlich allgemein als ein ödes Land. Dies trifft jedoch nur für gewisse Gebiete zu, sonst aber ist Tibet ein Land von intensiver Farbenpracht. Das Himmelszelt leuchtet in allen Abstufungen vom dunkelsten, fast schwarz scheinenden bis zum lichtesten Blau, das im vollen Sonnenglast wie in einen silbernen Dunstschleier gehüllt ist. Ganz anders blau blinken die Seen, die den Azur des Himmels widerspiegeln. Auch die Schatten im Schnee und die jagenden Wolken scheinen in blaue Töne getaucht, deren Mannigfaltigkeit selbst in den Bärten der Flechten und den Sternchen des Mooses in Erscheinung tritt. Die sich herniedersenkende Dämmerung dämpft dann diese blaue Vielfalt zu violetten Tönen herab, die nach der purpurnen Glut des Sonnenuntergangs allmählich von der Schwärze der Nacht verschlungen werden. Weiß leuchten die Bauten der Klöster und weiß schimmern die in die Schatten der Talmulden geschmiegten Häuser. Golden strahlen die Dächer der Tempel, und silbrig erglänzen die vom Licht der Sonne überfluteten schäumenden Wasserfälle und Stromschnellen. Dunkelröt glühen die Gewänder der Lamas, und die gleiche Farbe kehrt in den ornamentalen Streifen auf dem Bewurf der Lama-Klöster wieder. Gelb ist die Farbe der Brokatmäntel hochgestellter Personen wie auch die der schlichten Glockenblumen auf den Bergwiesen. Zart rosenrot leuchten die Blütendolden des Rhododendrons aus der Fülle des glänzenden Laubes wie auch die festlichen Oberkleider der tibetischen Mädchen; denn wäre dieses hausgewebte, „Pulo" genannte Festgewand in brauner oder gelber Farbe gehalten, so würde seine festliche Wirkung dadurch zweifellos aufgehoben. 7

Termékadatok

Cím: Tibetische Kunst [antikvár]
Szerző: J. Vanis , L. Jisl V. Sís
Kiadó: Artia
Kötés: Vászon
Méret: 250 mm x 280 mm
J. Vanis művei
L. Jisl művei
V. Sís művei
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