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1. KAPITEL
Winter in Echigo
Japan wird von Fremden oft das Land des Sonnenscheins und der Kirschblüte genannt, denn die Reisenden besuchen gewöhnlich nur die östlichen und südlichen Teile des Landes, in denen das Klima wáhrend des ganzen Jahres milde ist. An der Nordwestküste sind die Winter lang, und Schnee bedeckt die Erde vom Dezember bis in den Márz und April hinein.
In der Provinz Echigo, meiner Heimat, begann der Winter meist mit schweren Schneefállen; dicht und stetig fielen die Flocken, bis nur noch die rundén Giebelsparren unserer stroh-gedeckten Dádier zu sehen waren. Dann kamen Kulis, mit Strohmatten über den Schultern und grófién, geflochtenen Hüten, die wie Regenschirme aussahen, und gruben mit brei-ten Holzschaufeln Tunnels von einer Seite der Strafíe zur anderen. Der Schnee wurde wáhrend des ganzen Winters nicht von der Mitte der Strafíe entfernt. Wie ein hoher Wall überragte er die Giebel der Háuser. Die Kulis hackten Stufen hinein, da sie den ganzen Winter über den Schnee hinauf-tragen mufiten, und wir Kinder pflegten die Stufen hinauf-zuklettern und oben auf dem Wall entlangzulaufen. Wir spielten dort Ráuber und Ritter, überfielen und retteten ver-schneite Dörfer.
Aber noch aufregender war für uns die Zeit, ehe der Schnee kam, wenn die ganze Stadt ihre wochenlangen Vorbereitungen für den Winter traf.