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Liebe Leserin,
ich habe von Irland geträumt. Von einem von magischen Nebeln durchzogenen Land, dessen dunkle, melancholisch anmutende Berge Geheimnisse bergen und über dessen grüne Felder man ins Endlose zu blicken scheint. Und genau das fand ich, als ich dorthin kam.
Ich habe mit vielen Freunden und Verwandten gesprochen, die ebenfalls in Irland waren, und allen, deren ursprüngliche Wurzeln dort zu finden sind, versetzte es beim Betreten irischen Bodens unweigerlich einen Stich. Auch mir ging es so. Ich hatte das Gefühl des Wiedererkennens, ich kannte bereits, noch ehe ich den ersten Atemzug nahm, ganz genau den Geruch der Luft.
Es liegt eine unvergleichliche Schönheit über den kleinen Dörfern mit ihren verwinkelten Straßen und ihren gemütlichen Pubs, über der Geschäftigkeit von Städten wie Galway, über den Klippen am Rande des Ozeans und über den Feldern, die der Nebel in sanften Schlaf zu hüllen schien. Es ist eine Schönheit der einfachen Dinge, des Bauern, der seine Kühe über die Straße treibt, ebenso wie eine Schönheit der Pracht, der Ruine einer Burg, die seit Jahrhunderten neben dem sich windenden Band eines Flusses verharrt.
Der uralte Steinkreis auf dem Feld eines Bauern ist so verwunschen wie der Feenhügel im Wald. Und von derselben Magie sind die Blumen, die man in den gepflegten Gärten erblickt, und die frischen Brötchen, die man zum Tee serviert bekommt. Einfache Dinge, und solche, die wahrhaft überwältigend sind. Das ist es, worauf ich in Irland traf.