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DER RUHM TOLEDOSDer Name Toledo taucht unklar aus dem Schosse der Legendeauf, die seine Gründung den Nachkommen Noahs, zweitausendJahre vor Christi Geburt, zuschreibt. Gegen Ende des xi. Jahr-hunderts steht das "kaiserliche Toledo" im Zeichen seines höchstenRuhmes und seiner grössten Machtentfaltung. Zwischen beidenZeitabschnitten erlebt die Stadt ihren Aufstieg in unruhevollerGeschichte. Noch bescheiden unter der römischen Herrschaft,nimmt sie in der westgotischen Zeit bereits eine führende Stellungein und wird im Jahre 569 durch König Leovigildo zur könig-lichen Residenz erklärt. Im Jahre 400 schon war sie der Mit-telpunkt der christlichen Kirche, und bald entwickelte sich hierder bedeutendste Bischofssitz Spaniens. Die zahlreichen in Toledostattfindenden Konzilien verliehen ihm eine endgültige Vorherr-schaft über alle anderen spanischen Städte, und dies umsomehr, alsdie dort getroffenen Entscheidungen sich nicht nur auf das religiöse,sondern auch auf das politische und bürgerliche Leben des gesamtenLandes auswirkten. Im Jahre $86 verfügte König Recaredo von To-ledo aus die katholische Glaubenseinheit für das ganze spanischeLand. Mit der arabischen Invasion tritt Toledo, durch Tarik imJahre 712 unterworfen, in eine neue Phase seiner Geschichte ein:von da an muss es vor den grossen Städten des Südens zurückwei-chen, und während einer langen unruhevollen Zeit von annähernddrei Jahrhunderten wird es abwechselnd freie Stadt, unabhängiges