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BUCH EINS
Kapitel 1
Slaughter betrat die Bar; er bemühte sich, seine Nervosität zu verbergen. Es war Donnerstag abend zehn Uhr, und das Lokal war halb leer. Die Gäste saßen an den Tischen oder am Tresen; obwohl der Musikautomat sentimentale Countrymu-sik spielte, saßen die Leute schweigend vor ihren Drinks und warfen Slaughter verstohlene Blicke zu, bevor sie wieder in die rechte hintere Ecke schauten. Dort saß ein Mann allein an seinem Tisch, eine Whiskyflasche in der Hand, den Cowboyhut in den Nacken geschoben.
Was die Leute jedoch vor allem anstarrten, war die Pistole, die vor ihm auf dem Tisch lag.
Slaughter holte tief Atem, lehnte sich an den Tresen und bemühte sich, gelassen zu erscheinen. Er hätte jetzt gerne ein Bier getrunken, aber er wußte genau, daß er das jetzt nicht verantworten konnte. Nicht, weil er im Dienst war, sondern weil er das Bier zur Beruhigung gebraucht hätte, und eine solche Schwäche konnte er sich nicht leisten. Die Leute würden den Grund erraten. »Cola«, sagte er zum Barmann.
Trotz der lauten Musik war seine Bestellung deutlich zu hören, und diejenigen, die ihn nicht bereits ansahen, wandten sich ihm jetzt erwartungsvoll zu. Er tat, als hätte er es nicht bemerkt, und nippte an seiner Cola. Der Barmann hatte in seiner Verwirrung die Eiswürfel vergessen, aber das machte ihm nichts aus. Eiswürfel würden nur unnötig klirren. Slaughter blickte sich im Lokal um und nickte dem Mann in der Ecke lächelnd zu.
»HaUo, WilÜe.«
»Hallo, Chef.«
»Was dagegen, wenn ich mich zu dir setze?«
»Nein. Ich habe nichts dagegen, solange du mir den Blick auf die Tür nicht versperrst.«