Bővebb ismertető
VORWORTGenau wie nicht das Rezepteschreiben, aber das Heilen eine Kunst ist, wird das Ablesen des Charakters aus den Körperfornaen zwar eine Begabung bleiben, genau so weit aber wie die Heilkunde kann die Charakterlesekunde eine Wissenschaft werden. Auch die Medizin begann als Aberglaube und Hokuspokus.Daß die Charakterologie nicht wie die Heükunde zu einer Wissenschaft entwickelt wurde, noch nicht entwickelt wurde, ist zu verstehen, wenn man bedenkt, daß das Leben früher sich abspielte in einem mehr oder weniger engen Kreis. Erst die Riesenstädte, wo jeder dem anderen fremd ist, erst die Neuzeit, mit ihrer Völkerwanderung" der Einzelnen, mit ihrem Menschenaustausch von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent, schuf das Bedürfnis, die Menschenkenntnis aus Erfahrung abzukürzen, bzw. durch eine Wissenschaft zu ersetzen. Man erinnerte sich dessen, was man früher instinktiv erkannt hatte und was ausgedrückt ist in Bedens-arten wie: Er hat es faustdick hinter den Ohren", oder: Er hat ein Brett vor der Stirne", nämhch daß der Charakter in den Kopfformen angedeutet ist*Oh wir einen Menschen sympathisch oder antipathisch finden, das entscheiden wir meist auf den ersten Blick, das heißt, ohne daß wir ihn im eigentlichen Sinn kennenlernten. Diese Entscheidung wurzelt in dem angeborenen Sinn für Körperformen und für die Mimik: in dem physiognomischen Instinkt Man verliebt sich in eine Nase, einen Mund, ein Lächeln, in ein Gesicht, eine Gestalt, nicht um ihrer Form an sich willen, sondern weil sie Ausdrucksträger von Eigenschaften sind, die uns zusagen. Und man haßt eine Nase, ein Kinn, eine Augenbraue, weil man (auch ohne Physiognomiker zu sein) die Eigenschaft, die daran ausgedrückt ist, instinktmäßig auffaßt und weil diese Eigenschaft einem eben imsympathisch ist11