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2 Kampf der Biirger von Bruges mit den Belagerern
DIE BOTSCHAFT DES JACQUES
Ein furchtbar schneidender Wind blies. Boniface, die „Vogelscheuche", hastete die Landstraße nach Arras entlang, das Kinn zitterte ihm so vor Kälte, daß er seine Zähne klappern hörte. Dabei täuschte der Kalender schon den beginnenden Frühling vor; hier aber, in der nördlichen Provinz, kam ein eisiger Wind von der See her, trug Sand und winzige Steine mit sich und ging durch Mark und Bein. Boniface schritt noch schneller aus mit seinen langen Beinen. Er glich einer hastig flüchtenden Spinne und rannte fast. Er kam aus Picquigny und wollte noch vor dem Einbruch der Nacht das Städtchen Flixecourt erreichen, um dort zu übernachten, denn er würde erfrieren, wenn er auf der
Landstraße weiterginge; zudem mußte er noch auf irgendeine Weise die Somme überqueren, einen Fluß, der seinen Weg kreuzte.
Boniface war fünfundfünfzig Jahre alt. Sein zerzaustes Kopf- und Barthaar zeigte schon viele graue Fäden. Den sonderbaren Namen hatte Boniface seiner Mutter zu verdanken, denn er wurde geboren in dem plagenreichen Jahr 1503, als französische Herren im fernen Itahen mit List den römischen Papst, den Gegner ihres Königs, gefangengenommen und mißhandelt hatten. Sie wollten ihn verschleppen und zur Abdankung zwingen. Nur ein tollkühner Gegenangriff seiner Anhänger hatte zur Befreiung des über achtzigjährigen Papstes Bonifacius geführt. Er war der achte Papst dieses Namens. Die Kunde von dem unerhörten Vorfall war nach Frankreich gedrungen, und die Frau, die mit Boniface schwanger