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Versailles In Bildern [antikvár]

Pierre Lemoine

 
VORWORT VERSAILLES : DIE VORLÄUFER UND DER STIL Die Gesamtansicht von Versailles - auf Plänen oder auf Luftbildern - verkörpert die vollkommene Ordnung in Anlage der Achsen, Verteilung der Gebäude, der Bosketten, der Brunnen, Alleen und Wasserbecken sowie in der Abfolge der "grünen Säle". Wir w/issen daß all das nicht mit einem Mal venwirklicht und daß manches sogar nur für den Augenblick geschaffen wurde ; aber dieses Gesamtbild wirkt so harmonisch, daß man den Eindruck hat, Ludwig XIV. habe es von Anfang an in seiner...
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VORWORT VERSAILLES : DIE VORLÄUFER UND DER STIL Die Gesamtansicht von Versailles - auf Plänen oder auf Luftbildern - verkörpert die vollkommene Ordnung in Anlage der Achsen, Verteilung der Gebäude, der Bosketten, der Brunnen, Alleen und Wasserbecken sowie in der Abfolge der "grünen Säle". Wir w/issen daß all das nicht mit einem Mal venwirklicht und daß manches sogar nur für den Augenblick geschaffen wurde ; aber dieses Gesamtbild wirkt so harmonisch, daß man den Eindruck hat, Ludwig XIV. habe es von Anfang an in seiner endgütligen Gestalt vor sich gesehen. Dennoch steht Versailles in einer Tradition, die von seinem Glanz überstrahlt und leicht vergessen wird, und die poetische Stimmung des Ortes verdeckt die Vielfalt ihres Stils. Seit derzeit der ersten Valois, Karls V. und seiner Brüder, der Herzöge von Berry, Anjou und Burgund, war die Überzeugung fest verwurzelt, daß der Glanz der fürstlichen Residenz und der Reichtum der Sammlungen das Ansehen ihres Besitzers erhöhten. Renaissance und Manierismus brachten dann im Zusammenhang mit dem Aufkommen der absoluten Monarchie das Streben nach Einheit und Größe. Dieses Streben kam in der Regelmäßigkeit und in der Pracht des Schlosses von Cham bord und des Louvre zum Ausdruck, sowie im Projekt des Tuilerienschlosses von Philibert Delorme für Catherine de Médicis und dem Charleval-Projekt von Jacques I Androuet du Cerceau für Karl IX. Fontainebleau erhielt seinen besonderen Reiz mehr durch den italienischen Stil in der inneren Ausgestaltung als durch die Schönheit der äußeren Architektur. Heinrich IV., der viel gebaut hat - sowohl aus persöna-licher Neigung wie um die Schäden der Religionskriege wieder gutzumachen -, hat dieser Residenz einen monumentalen Eingang an der Ostseite sowie die Cour des Offices hinzugefügt und die Ausführung anziehender Gemächer gefördert, die der zweiten Schule von Fontainebleau angehören. Unter Ludwig XIII. und Ludwig XIV. bis zum Tod von Mazarin entstanden dann sehr viel deutlichere Vorstufen von Versailles. Der klassische Stil enfaltete sich in der meisterhaften Gestaltung klarer Baukörper ; so im Palais du Luxembourg, den Salomon de Brosse für Marie de Médicis entworfen hatte, und in den eleganten, gleichsam klingenden Linien der Architektur von François Mansart, wie wir sie im Gaston d'Orléans-Flügel des Schlosses von Blois und im Schloß von Maisons vor uns sehen. In Paris erreichte das Hôtel (Stadtpalais) seine Vollendung in Treppenhaus, Galerie, Dekor und Aufteilung, wofür das Hôtel de la Vrilliere von Mansart und das Hötel Lambert von Louis Le Vau als Beispiele dienen können. Von diesem letztgenannten Meister Ist gesagt worden, er habe den Raum "in Szene gesetzt", denn ersteht in der tat dem italienischen und römischen Barock nahe, dessen Verbreitung in Frankreich Mazarin förderte. Die Galene Mazarine In seiner Pariser Residenz (Bibliotheque Nationale) und die Sommer-Gemächer der Anne d'Autriche im Louvre, ausgemalt von Romanelli, waren Beispiele dafür mitten in Paris. In Vaux-Ie-Vicomte beschäftigte der Surintendant Fouquet, bevor er in Ungnade fiel, dieselben Künstler, die sich danach in Versailles auszeichnen sollten : Louis Le Vau, Charles Le Brun, den Maler und Dekorateur, und André Le Nôtre, den Schöpfer der Gärten. Die gedämpfte Dynamik der Fassaden und mehr noch der prachtvolle Innendekor verkörpern eine französische Variante des Barock ; dagegen stellen die Gärten mit ihrer souveränen Anpassung der Natur an die sichtbare Majestät des Ortes eine der höchsten Ausformungen des französischen klassischen Stils dar. Man begreift nun die Vielfalt von Versailles. Ludwig XIV., der die Louvre-Kolonnade bauen ließ, hatte zuvor Berninis Plan für den großen Pariser Palast zugestimmt. Seine Politik bedurfte der Prachtentfaltung, sein persönlicher Geschmack kam dem entgegen, urid mit ihm gefiel seinem jungen Hof das fröhliche Leben und Treiben der Feste. Es gibt ein versunkenes Versailles des Barock, das Versailles der Hoffeste und der für solche Gelegenheiten geschaffenen Architektur. Die Effekte in Innern der Grotte derThetis gehörten ebenfalls dazu. Und das große Appartement des Königs, der Spiegelsaal, die Säle des Kriegs und des Friedens übertragen den großen italienischen Barockdekor, wie er uns in den von Pierre de Cortone geschaffenen Planetensälen des Palazzo Pitti in Florenz entgegentntt, in französisches Stilempfinden. Selbst die Fassaden von Jules Hardouin-Mansart bewahren eine Fülle und eine Bewegtheit, die dem Barock recht nahestehen ; zwei Eigenschaften, aie sich mit den großartigen, ruhevollen Perspektiven von Le Nôtre glücklich verbinden, una wirklich verkörpert Versailles ja jenseits aller subtilen Stilunterscheidungen das Ewige aer Kunst. INTRODUKTION Es gibt vielleicht in Frankreich keinen so ansehnlichen Namen, wie Versailles. Aber wieviele wohl von den Millionen Besuchern, die jedes Jahr herbeieilen, machen sich die Mühe, über den prächtigen äusseren Schein dieses weltberühmten Schlosses hinaus, die geschichtliche Bedeutung und den tiefen Symbolismus, der damit verbunden ist, aufzudecken ? Die Gründung von Versailles stimmt mit einer politisch zusammenhängenden Idee überein, und seine Dekoration besingt den Ruhm des Königs und die Wohltaten während seiner Regierungszeit : auch wurde gesagt, dass Versailles eines der echtesten Abbilder absoluter Monarchie sei. EIN ''KLEINES KARTENSCHLOSS" Nichts jedoch gab den Anschein, dieses Schlosses für einen so aussergewöhnliche Bestimmung vorzubereiten : seine Herstammung ist in der Tat seht einfacher Art und die Besitzung ist lange Zeit hindurch nur eine bescheidene Lehnsherrschaft, die direkt dem Krongut untersteht ; doch Ende des 16. Jahrhunderts geht sie auf die mächtige Familie der Gondi über und ihr Geschieh beginnt sich nunmehr abzuzeichnen. Heinrich IV. galoppierte gern in dieser, mit Wäldern und Sümpfen, verwüsteten Gegend, um einen Hirsch zu verfolgen. Manchmal begleitete ihn sein ältester Sohn : mütigkeit des jungen Thronfolgers ? Zum König geworden, kommt Ludwig XIII. mit einem anzahlmässig geringerem Jagdgefolge laufend wieder hierher. Bald kauft er einige Ländereien hinzu und baut 1624 auf der Kuppe einen bescheidenen Pavillon, der einige Jahre später einem heimischen Schloss aus Ziegeln, Natursteinen und Schiefer den Platz lassen wird, welches Saint-Simon geringschätzig als "kleines Kartenschloss" bezeichnete. Anschiliessend Hess sich der König von der Familie Gondi die Lehnsherrschaft von Versailles abreten und rundet somit seinen kleinen Herrensitz auf, trassiert die ersten Parterre, Blumen- und Grünanlagen, und macht aus diesem entzükkenden Haus eine Art Einsiedelei, von der er träumt, sich endgültig zurückzugehen, sobald sein Sohn das Volljährigkeitsalter erreicht haben wird. Sein vorzeitger Tod hinderte ihn daran, sein Vorhaben zu verwirklichen, er übermittelt aber Ludwig XIV. sine Leidenschaft für Versailles. Der neue König kommt ebenfalls während seiner ganzen Kinger- und Jugendzeit hierher, um zu jagen ; anschliessend, nach seiner Vermählung, bringt erdie Königin Marie-Thérese, sowie den jungen und brillanten Hof, der ihn in den ersten Jahren siner Regierung umgibt, nach Versailles. Bald wird er dort die Arbeiten unternehmen, die in einem halben Jahrundert aus dem "Kartenschloss" seines Vaters einen Märchenpalast machen werden. Er beginnt mit der Erneuerung der Ausstattung der Gemächer; dann lässt er neue Wirtschaftsgebäude bauen, eine kleine Orangerie - Treibhaus für winterempfindliche Pflanzen - und ein Tierhaus für exotische Tiere, die er während seiner Regierungszeit mehr und mehr anschafft. Doch sind die grössten Ausgaben den Gärten vorbehalten. André Le Nôtre sieh eine Grossanlage der Gärten vor, die in kleinem Verhältnis zur Grösse des Schlosses stehen : und schon jetzt scheint das Schloss, wenn nicht zur Vergrösserung verurteilt, so doch Vergrösserungen ausgesetzt zu werden, die dem Maßstab der neuen Gärten entsprechen. Für den Moment aber ist Versailles nur ein "Lusthaus", in welchem der König die Mühen und Sorgen der Regierung zu vergessen sucht ; man sieht es in der Thétys-Grotte, inmitten eines Delors von Muschelwerk, und in den hen/orquellenden Wassern, wo sich Apollo zwischern Nymphen ausruht. Doch kommt nun Ludwig XIV. öfter zu Besuch hierher und verbirgt seine Vorliebe für dieses neue königliche Haus nicht : Zeitungen, Gravüren und Erzählungen der Poeten machen Europa den Namen Versailles bekannt. Es fehlt nur noch dieser köstlichen Wohnstätte eine festliche Einweihung : das Fest fand im Mai 1664 unter dem von Arioste entliehenen Thema "Vergnügungen der Zauberinsel" statt, dessen Echo noch heute unsere Vorstellung entzückt. DAS NEUE SCHLOSS Die waschsende Gunst für Versailles Hess schnell das Schloss Ludwig XIII., als nicht mehr ausreichend erscheinen. Der König beschloss also, es durch einen geräumigeren Palast zu ersetzen, der längere Aufenthalte gestattet und mehr den Ausmassen der Gärten entspricht. Die Pläne sehen die Zerstörung des anfänglichen Schlosses vor, doch der König beschliesst schliesslich, es zu belassen und von drei Seiten nach den Gärten hindurch

Termékadatok

Cím: Versailles In Bildern [antikvár]
Szerző: Pierre Lemoine
Kiadó: Les Éditions D'Art
Kötés: Fűzött papírkötés
Méret: 170 mm x 220 mm
Pierre Lemoine művei
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