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EIN MUSEUM FÜR VAN GOGH
Jedes Jahr zieht das Van Gogh Museum in Amsterdam über 1 Million Besucher aus aller Welt an. Vincent van Gogh hat für viele Menschen fast mythische Proportionen angenommen; sein Werk wird verehrt und seine Briefe haben eine riesige Leserschaft gefunden. Man kann sich in unseren Tagen kaum mehr vorstellen, dass van Gogh einst über das mangelnde Interesse an seiner Kunst verzweifelte.
In der relativ kurzen, nur zehn Jahre dauernden Zeit seines künstlerischen Schaffens (1880-1890) entstanden ungefähr 1100 Zeichnungen und fast 900 Ölgemälde. Die mit Abstand bedeutendsten Werke seines vielseitigen Ouvres sind im Van Gogh Museum zu finden. Den Kern der Museumsbestände bildet die im Besitz der Vincent van Gogh Stiftung befindliche Sammlung der Erben van Goghs. Neben 200 Bildern, nahezu 500 Zeichnungen, vier Skizzenbüchern und rund 800 Briefen des Künstlers umfasst diese Sammlung auch die von Vincent und seinem Bruder Theo zusammengetragenen 570 japanischen Farbholzschnitte, 1500 Zeitschriftenillustrationen und Werke von Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Gauguin, Georges Seurat und anderen befreundeten Künstlern. Diese von den Brüdern durch Tausch oder Ankauf erworbene Privatkollektion dient dem Van Gogh Museum seit der Eröffnung als Ausgangspunkt bei seiner aktiven Sammlungstätigkeit, die sich auf Kunst des 19. Jahrhunderts mit einem zeitlichen und inhaltlichen Bezug zu van Gogh konzentriert.
In den letzten Jahrzehnten ist das Van Gogh Museum dank eines ehrgeizigen Sammel- und Ausstellungsprogramms zu dem geworden, was es heute ist: eine Schatzkammer und ein Kompetenzzentrum, wo die Kunstwerke zusammen mit dem Briefwechsel und den Familiendokumenten aufbewahrt, erforscht und unter stets neuen Gesichtspunkten präsentiert und erläutert werden. Zudem ist es ein Museum des 19. Jahrhunderts mit bemerkenswerten Wechselausstellungen über die Zeit, in der van Gogh lebte, und über die Kunst, die unmittelbar mit ihm in Zusammenhang steht.