Bővebb ismertető
EINLEITUNG
Auf der Suche nach fruchtbaren Anregungen greifen Tierfreunde aus Passion und Tierforscher von Profession immer noch gern ziun alten Hagenbeck. Obschon keines unter den unvergänglichen Meisterwerken der Memoirenliteratur, sind seine Lebenserinnerungen doch auf jeder Seite lehrreich und frisch. Nach Inhalt und Form sind sie nicht gleichwertig: Unter kurzweilig hingeplauderte Anekdoten imd wirkliche Erfahrungen mischen sich literarisch eingekleidete Auszüge aus seinem Hauptbuch. Der gelegentliche Ausbruch ins Abenteuerliche wird stets rechtzeitig durch die nüchternen Schranken bürgerlicher Konvention eingedämmt. Von den Geschehnissen des großen Welttheaters bleibt Hagenbecks eigentümliche Berufsleidenschaft, die mit Freund und Feind gleich emsig Handel treibt, offensichtlich unberührt.
Den heißen Pulsschlag der Zeit, die ihn formte und in der er wirkte, atmen Hagenbecks Zeilen selten. Das Stunnjahr 1848 beschränken sie auf die Erwähnung der begreiflicherweise nachlassenden Neugier des revolutionären Berlin für den Bottich, in dem sein Vater in Krolls Garten Seehunde ausgestellt hat. über Bismarcks drei Kriege, über die Pariser Kommune, über das Sozialistengesetz, über die dem ersten Weltkrieg vorauseilenden und gerade in Hamburg heftig diskutierten internationalen Krisen, über Klassenkämpfe und geistige Strömungen suchen wir vergebens nach einem zustimmenden oder verdammenden Wort. Fielen nicht hin und wieder Namen und Titel prominenter Besucher von Hagenbecks Tierpark, so möchte man glauben, daß die — sollten wir sagen: kommerzialisierte — Tierliebe, fern von allen gesellschaftlichen
VII