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Vom rechten Wandern
Das vorliegende Taschenbuch ist als Ergänzung zum Bildband «Naturwunder Schweiz» gemeint, freilich nicht in dem Sinne, dass es gewissermassen direkt an «Dreisternorte» führt, wie sie in Fremdenführern nachdrücklich hervorgehoben werden. Es ist eine alte Weisheit, dass das «Erlebnis» in des Wortes umfassender Bedeutung stets vom einzelnen Wanderer abhängt -von seiner Sinnenschärfe und von seinem Herzen. - So möchte denn der Begriff «Naturwunder» keineswegs nur für geologische, botanische, zoologische oder landschaftliche Absonderlichkeiten aufgefasst werden; absichtlich haben wir aus dem ganzen Gebiet der Schweiz naturhaft gebhebene Regionen, Örtlichkeiten oder auch nur bescheidene «Kleinlandschaften» herausgegriffen, in welchen sich die wundersame Vielfalt unserer Heimat besonders eindrucksvoll darstellt. Um möglichst vielen Wünschen gerecht zu werden, reichen unsere Vorschläge vom Marmorsteinbruch bis zur Gletscherwanderung, von verschwiegenen Hochmoorteichen bis zu wildromantischen Schluchten. Wir haben uns auch keineswegs auf Routen von einer Bahnstation zur andern beschränkt, sondern denken ausserdem an die zahlreichen Motorisierten, die ihren Wagen irgendwo parkieren möchten, um von dort aus eine Rundtour anzutreten. So könnte denn unser Taschenbuchführer verschiedenartigen Anliegen entgegenkommen und zugleich die Lust zum Selbersuchen, Selberfinden wecken. Unser kleines Buch deutet denn auch nicht ausschliesslich in sklavischer Gebundenheit auf durchgehend markierte Wanderwege hin. Es ist bisweilen ratsam, vor dem Aufbruch ein Blatt unserer vorbildlichen Landeskarten im Massstab 1: 50000 oder 1: 25000 zu Rate zu ziehen. Fachleute sagen von diesen topografischen Karten, sie seien zurzeit die besten der Welt. Wollen wir aus ihnen nicht lesen lernen? Um aus einer Wanderung ein Maximum an Erleben zu holen, will sie doch vorbereitet sein! Und dann: Wer leichthin in Sommerkleidern und Strassenschuhen loszieht, karm in alpinem, ja schon voralpinem oder sumpfigem Gelände peinlich überrascht werden - und wir möchten doch vor den «Naturwundern» reine Freude finden. Darum sind starke Wanderschuhe dringend zu empfehlen. In der Kleidung werden wir uns selbstverständlich nach den Jahreszeiten richten, und stets soll uns ein Wetterschutz begleiten. Über seinen Tourenproviant mag jeder selber bestimmen - es ist im übrigen noch nie jemand daran gestorben, dass er einen halben oder auch einen ganzen Tag fastete, seinen Durst mit klarem Bergwasser stillte und einen währschaften Hunger mit nach Hause brachte.