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Philipp Marcenat an Isabelle de Chevernéy
Erster Teil
ODILE
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Meine jahe Abreise hat Sie gewiíS überrascht. Ich bitté um Entsdiuldigung, aber ich bedaure sie nidit. Ich wei$ nicht, ob Sie den Orkán innererMusik verstehen, der seit einigen Tagén in mir braust gleich den lodernden Flammen im Tristan. Ach, wie gern möchte ich mich dera Sturme hingeben, der mich noch vorgestern im Walde Ihrem weifien Kleide entgegentrieb! Aber ich fürchte mich vor der Liebe, Isabelle, und vor mir selbst. Ich weifi nicht, was Renée und andere Ihnen über mein Leben be-richtet habén mögen. Wir habén mandimal darüber gesprochen. Idi habe Ihnen nidit die Wahrheit gesagt. Es liegt ein Zauber über einem neuen Wesen: Um seinetwillen hofíl man, die Ver-gangenheit mnzugestalten, eine Vergangenheit, die man verleug-net, die man glüálicher gewünscht hatte. Unsere Freundschaft hált nicht mehr bei der Zeit allzu schmeichelhafter Herzens-ergiefiungen. Die Manner geben ihre Séele preis so wie die Frauen ihren Leib, Zoli für Zoli und wohlverteidigt. Ich habe der Reihe nach meine geheimsten Hilfstruppen in den Kampf gesdiickt. Meine wahren Erinnerungen sind in ihren Sdilupf-winkeln gestelltworden,sie müssen sich ergeben und ansTages-licht treten.
Ich weile fern von Ihnen, in dem Zimmer, wo ich meine Kindheit verlebt habe. An der Wand ist d^s Gestell mit den Büchern angebracht, die meine Mutter seit mehr als zwanzig Jahren aufbewahrt „für das álteste Enkelkind", wie sie sagt. Werde idi je Kinder habén? Dieser Wálzer mit dem rőten,