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Radierung- von Boucher nach einem Gemälde Watteaus
VORWORT
Es ist das Verdienst der Gebrüder Goncourt, die Bedeutung Watteaus, dem man seit dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts nur ein geringschätziges Interesse entgegenbrachte, wieder erkannt und zugleich die Grundlagen zur Zusammenstellung seines Werkes gelegt zu haben.
Eine weitere Förderung brachte die Berliner Ausstellung von Werken alter Kunst im Jahre 1883 und das sich daran anschließende Résumé Dohmes sowie die Mono^ graphie, die Hannover dem Künstler gewidmet hat. Dagegen haben die letzten französischen sowie englischen Arbeiten eher dazu beigetragen, das Bild der künstlerischen Entwicklung des Meisters zu trüben, als aufzuklären.
Die Unmöglichkeit, die Entstehungszeit der Werke Antoine Watteaus genau zu bestimmen, ist oft betont worden; besonders von solchen Autoren, deren kritisches Bemühen gar bald in ein mehr oder weniger geschmackvolles Schwärmen überging. Eine chronologische Reihung der Bilder Watteaus ist aber für die Erkenntnis seiner Kunst eine notwendige und keineswegs unmögliche Voraussetzung; und wenn ein sicheres Urteil in vielen Fällen bisher noch nicht möglich ist, so liegt ^dies weniger an den Werken selbst als an unserer mangelhaften Kenntnis derselben.
Von der Aufnahme der Stiche nach Watteau wurde abgesehen, da diese den Band zu sehr belastet und die Einheitlichkeit des Ganzen gestört hätten; zudem ist mit Sicherheit das Auftauchen vieler bisher verloren geglaubter Bilder zu erwarten. Dringender erschien das Bedürfnis, durch zahlreiche Ausschnitte aus den Bildern einzelnen Figuren und Gruppen zu einer lebendigeren Wirkung zu verhelfen.