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EINLEITUNG ZUR NEUEN AUSGABE
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Wien und Paris - zwei weithin leuchtende Zentren medizinischer Ausbildung und Fortbildung! Sie sind es heute noch, und sie waren es noch viel mehr um 1840, als die vorliegende Schrift entstand. Nicht daß die Entwicklung seither in jenen beiden Städten stillgestanden wäre; nur dominieren sie heute die Sternkarte der Weltmedizin lange nicht mehr so stark wie damals. «Dahin» - nämlich nach Paris - «strömt fast die ganze medizinische Jugend», schrieb Carl August Wunderlich, selber noch jung, im Vorwort zu seinem Büchlein1. Heute strömt diese Jugend gewiß zum Teil auch noch nach Paris, aber ebenso gerne nach Großbritannien und Skandinavien, nach Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika. Besonders der Verkehr über den Atlantik geht nun in der umgekehrten Richtung: wer um 1840 als Amerikaner ein wissenschaftlich durchgebildeter Arzt werden wollte, verließ möglichst rasch die rudimentären Ausbildungsstätten seiner Heimat und suchte Belehrung und Anregung, klinische Anschauung und Übung in London, Dublin oder Edinburg und wo immer möglich in Paris2. Im späteren Verlauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verlagerte sich der Strom der um ihr post-graduate training bemühten Amerikaner stärker nach dem deutschen Sprachgebiet: nach Berlin und Leipzig, nach Wien und Bern.
Wunderlich stellt in seiner Schrift Paris und Wien als die Zentren der französischen und der deutschen Medizin (Österreich wurde erst 1866 aus dem Deutschen Bund ausgestoßen) nebeneinander, und in der historischen Rückschau erscheint das auch richtig. Was in den ersten 20 Jahren des Jahrhunderts in den vielen Pariser Spitälern in großem Stil begann - die perkutorische und auskultatorische Diagnostik der krankhaften Veränderungen im Körper, das Studium dieser Veränderungen an den Organen post mortem, die Beurteilung der Krankheitsverläufe sowie der therapeutischen Erfolge und Mißerfolge an großen Zahlen von Patienten -, das wurde um 1840 in Wien gründlich und subtil weiterentwickelt und differenziert. Wir