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EINFÜHRUNG
Dieses Buch wurde weder aus philosophischen noch aus theolo-gischen Absichten geschrieben. Es enthált eine Reihe von Medita-tionen über die Hoffnung. In einer Meditation sind gedankliche Anstrengung und betende Versenkung derart verflochten, dafi eine genaue Abgrenzung dieser zwei Bereiche nicht mehr mög-lich ist. Die »betrachtende Existenz« will nichts beweisen, son-dern nur das Unmittelbar-Erlebte in möglichst schlichter Sprache aussagen. Sie will die Náhe Gottes erfahren und sie auch andern zugánglich machen. Eine Náhe, von der sie oft nicht zu sagen vermag, ob sie Entzücken oder Entsetzen bedeutet oder beides in einem. Die Meditation versucht - wie bereits Luther es an-deutete eine Grunderfahrung gláubigen Daseins zu »treiben und zu reiben mit fleiSigem Aufmerken und Nachdenken, was der heilige Geist damit meinet«.
In der Haltung eines gebeterfülltenUmgangs mit demGeheimnis möchten wir alsó des göttlich-menschlichen Geheimnisses unserer Hoffnung innewerden. Christliche Existenz ist »Frucht der Hoffnung^ Sie ereignet sich als Ausschau, als Ausrichtung nach vorn, als Aufbruch ins Unbekannte, als Exodus. Sie fragt nach dem Unabgeschlossenen und Ausstehenden unseres Lebens. Christus ist uns vorausgegangen in das Geheimnis einer absoluten Zukunft. Das »Entgegenharren« ist somit jenes Médium des Lebens, Erle-bens, Denkens und Betens, jene Gestimmtheit der Existenz, in welcher ein Christ des wesentlichen Inhalts seines Glaubens erst ansichtig wird. Jürgen Moltmann weist treffend auf diese GrundbeschafTenheit christlichen Daseins hin: Die Hoffnung ist nicht ein »Etwas« am christlichen Leben, sondern schlechterdings die Bedingung der Möglichkeit seines echten Nachvollzugs. Der »Gott der Hoffnung« (Röml5,13) istderinnewohnende»Logos« (die »Seele«) der gláubigen Existenz und somit auch Richtung