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WIR WAREN FÜNF
I
Als unser Vater, der Lübecksche Senator, Grofi-kaufmann und Reeder Johann Thomas Heinrich Mann, am 13. Október 1892 die Augen schloű, als das pomphaft-feier-liche Begrábnis vorüber war, die Ehrenkompanie ab-marschierte, Bürgermeister und Stadtkommandant, Senat, Bürgerschaft und sonstige Honoratioren in bundert Kut-schen davonrollten und die schwarze Menge von Kaufleuten, Kapitánen, Handelsgehilfen, Matrosen und Speicherarbei-tern sich zerstreute, ging die hanseatische, die hochbürger-liche Periode unserer Familiengeschichte zu Ende.
Der Stammbaum der Manns weist in seiner áltesten Fas-sung — einer braun verschnörkelten Kielfederschrift -nach Nürnberg. Dort soll ein Ahne Gewandschneider ge-wesen sein. Da es in der Gegend zwischen Nürnberg und Ansbach noch heute Bauern unseres, in Bayern sonst sehr seltenen Namens gibt, ist anzunehmen, daB im Mittelalter ein nachgeborener Sohn dieser Sippe das ehrsame Handwerk erlernte und sich in Hans Sachsens Stadt niedergelassen hat.
Dann habén Wanderschaft und Kriegsláufte einen der Nachkommen in den Norden verschlagen. Der erste Vor-fahr, von dem wir Genaueres wissen, war Johann Mann, der, 1644 zu Parchim geboren, Ratsherr in Grabow wurde und sich nach der Chronik »sehr gut gestanden hat«, ob-wohl ihm einmal ein Feuer, das die Stadt eináscherte, seine gesamte Habé raubte.