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Teuerste Freundin!
Sie werden gewiss vermuten, dag ich schon längst wieder in Wien bin. Mittlerweile sitze ich jedoch immer noch in dem entzückenden Städtchen an der Salzach, das mich mit magischen Fesseln gefangen hält. Ich kam Anfang August hierher, um zwei Tage zu verweilen, und siehe da: aus zwei Tagen wurde eine Woche, und ich fürchte fast, daß sich eine zweite anreihen wird, ehe ich heimkehre. Hören Sie, was sich begeben hat: der Magier, der mich an Salzburg bindet, ja, bindet, ist ein sechsjähriger Bube, ein Teufelskerlchen, ein Tausendkünstler, sage ich es deutlich -ein Wunder!
Gewiß, Sie lächeln. Sie meinen, ich wollte mir einen Scherz erlauben. Die Angelegenheit ist zu ungewöhnlich und zu ernst um über sie zu scherzen. Der Knirps heißt mit Taufnamen Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart, aber genannt wird er von den Angehörigen und den Freunden des Hauses „Wolferl" oder „Wolfgangerl". Ich sagte - ein Tausendkünstler! Und mit Recht: denn er spielt das Klavier so fein säuberlich und so voll Wärme des Ausdrucks, wie ein richtiger Pianist, und erhupft sich, trotz seiner kleinen Hände, mit den Fingerchen geschickt die Oktaven, streicht sogar, ohne richtigen Unterricht erhalten zu haben, flott die Geige, ja, er soll sogar an der Orgel sich
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