Bővebb ismertető
Das Café Von den vielen Kaffeeháusern in Budapest war das „Velence" durchaus nicht das práchtigste, doch es zeigte besonders grófién Unternehmergeist - und es war günstig gelegen. Es befand sich in einer Gescháftsstrafie, der Rákóczistrafie, dort, wo heute das Filmtheater „Tisza" steht. In diesem Café begann die Geschichte des ungarischen Films. Das Café ist eine bemerkenswerte Institution, die die bürgerliche Gesellschaft im vorigen Jahrhundert hervorgebracht hat. Es war - und ist manchmal noch heute - Treífpunkt von Hándlern, Gescháftsleuten, Künstlern, Beamten und auch radikalen Intellektuellen. In einem Budapester Café wurde nicht nur Kaífee serviert; es gab dort auch Speisen und andere Getránke, doch lag darin nicht seine Hauptanziehungskraft. Man ging ins Café, um Geselligkeit zu finden, Gescháftspartner zu treffen, über Politik zu diskutieren und Gedanken auszutauschen. Wollte der Kaffeehausbesitzer mehr Stammgáste gewinnen und sie zu regelmáfiigerem Kommen anregen, mufite er zu interessanten Gespráchsstoffen beitragen und den verschiedenartigen Interessen seiner Gáste entgegenkommen. Es gab immer eine Vielzahl von Zeitungen; jedes Café hatte so viele bedeutende europáische Zeitungen abonniert, wie der Besitzer sich leisten konnte - dies war ebenso wichtig wie die Qualitát der Kaffeebohnen, die er kaufte. Die Stammgáste eines jeden Cafés wufiten, dafi ihre Lieblingszeitung immer auf sie wartete. Es gab Cafés mit literarischen Programmen, mit musikalischer Unterhaltung und Darbietungen einzelner Bühnenkünstler; es gab Cafés mit Kabarett- und vollstándigen Varietéprogrammen - Varietétheater in Kleinformat. Es wurde keine Extragebühr erhoben - weder für die Unterhaltung noch für die stándig bereitliegenden Zeitungen. Wenn der Besitzer des Cafés auf Stammgáste Wert legte, mufite er ihnen etwas bieten. Kein Wunder alsó, dafi auch Filmé ihren Weg in die Kaífeeháuser fanden. Es war das Grand Café am Boulevard des Capucines, wo die erste kommerzielle Aufführung der lebenden Bilder der Brüder Lumiére stattfand. Sogleich öffneten auch Cafés in Berlin und Rom den Filmemachern ihre Türen, und durch die weit geöffneten Türen strömten neue Stammgáste herein. Jetzt konnte der Kaffeehausbesitzer sagen: Kommen Sie zu uns, Sie können Kaífee trinken, gescháftliche Dinge besprechen, sich mit Ihren Freunden unterhalten, die neuesten Zeitungen