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INE WELT DER EXTREME
Im Gegensatz zu jedem anderen Gebiet der Erde werden Wüsten durch das charakterisiert, was ihnen fehlt: Wasser, fruchtbarer Boden, Vegetation und Besiedelung. Der schöne blaue Planet ist also keineswegs ein so gastlicher Ort, wie man meinen könnte. Ein volles Drittel der Erdoberfläche ist arid, d.h. trocken, und große Teile davon sind gelbbraunes Ödland. Doch damit nicht genug: Infolge des Ausbleibens von Niederschlägen, in zunehmendem Maße auch infolge menschlicher Eingriffe, wie Waldrodung, Urbarmachung ungeeigneter Böden oder Überweidung, breiten sich die Trok-kengebiete schätzungsweise 100 Quadrat1 kilometer pro Tag aus.
Wüsten im weiteren Sinne sind Gebiete mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von weniger als 250 Millimetern. In diese Kategorie fallen nicht nur die glutheißen Tafelländer der nordafrikanischen Sahara, wo es Gegenden gibt, in denen seit 20 Jahren kein Regen gefallen ist, sondern auch die Antarktis und die nebelverhangenen Küstenregionen Nordchiles und Perus.
Die Wüstenoberfläche besteht aus losem Material: Sand, Staub, Gesteinsschutt und Felsen. Echter Bodencharakter ist eine Ausnahme. (Die Sanddünen, Symbole der Wüsten schlechthin, machen nur einen Bruchteil - zwölf Prozent - der Trockengebiete aus.) Da ohne Feuchtigkeit die losen Partikel nicht zusammenhalten und keine Vegetation entstehen kann, ist das Land der Erosion durch Wind und extreme Temperaturschwankungen ausgesetzt. In dieser feindlichen Umwelt können sich nur durch lange Anpassung spezialisierte Lebensformen behaupten - Pflanzen beispielsweise, deren Samen eine 50jährige Dürre überstehen, und Nagetiere, die ihr ganzes Leben ohne eine Wasserquelle auskommen.
Viele Nationen und ihre Bewohner sind von der Ausbreitung der Wüsten betroffen. Während es vielerorts zu Hungersnöten, Landflucht und weiterer Verödung kommt, werden anderswo Anstrengungen unternommen, den Trockengebieten durch künstliche Bewässerung neue Anbauflächen abzugewinnen. Wie alle Bemühungen mit dem Ziel, die Auswirkungen weiträumig wirksamer Prozesse zu beeinflussen und eingetretene Schäden wiedergutzumachen, sind auch diese äußerst schwierig und kostspielig. Und obwohl konsequente Anstrengungen Abhilfe möglich erscheinen lassen, werden die Wüsten sich behaupten.
Vielfältig geschwungene Dünenreihen ziehen sich durch die Wüste Namib an der Küste Südwestafrikas. Stetige südliche Winde erodieren das rötliche anstehende Gestein zu Sand und bilden Dünenwälle, die Höhen bis zu 350 Meter erreichen.