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Heinz-Jürgen Zierke Vom Fischer un synem Boot - eine Einführung Die Geschichte kennen wir, Gebrüder Grimm! Aber hieß es nicht: Vom Fischer un sy-ner Fru? Gewiß, so hieß das Märchen, das die beiden Forscher als eines der wenigen in plattdeutscher Fassung in ihre Sammlung aufnahmen, wie sie es von ihrem Freunde, dem Maler Philipp Otto Runge, gehört hatten. Runge stammte aus Wolgast, einer Stadt mit jahrhundertealter Fischereitradition, und so hat dieses Märchen viel von der Wahrheit und Weisheit des Volkes bewahrt, das diesen...
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Heinz-Jürgen Zierke Vom Fischer un synem Boot - eine Einführung Die Geschichte kennen wir, Gebrüder Grimm! Aber hieß es nicht: Vom Fischer un sy-ner Fru? Gewiß, so hieß das Märchen, das die beiden Forscher als eines der wenigen in plattdeutscher Fassung in ihre Sammlung aufnahmen, wie sie es von ihrem Freunde, dem Maler Philipp Otto Runge, gehört hatten. Runge stammte aus Wolgast, einer Stadt mit jahrhundertealter Fischereitradition, und so hat dieses Märchen viel von der Wahrheit und Weisheit des Volkes bewahrt, das diesen Küstenstrich bewohnt. Doch wir wollen nicht die alte Geschichte noch einmal, sondern lieber alte Geschichten aus dem Leben der Fischer erzählen, z. B. aus dem von Max Heise, dem letzten Zeesenfischer von Stralsund, aber nicht nur von ihm, und es sollen beileibe keine Märchen sein. Allerdings hat es schon etwas Märchenhaftes an sich, wenn an einem lauen Sommerabend die dunklen Segel lautlos über den Sund gleiten, im Gegenlicht des Abendrots, an gotische Giebel erinnernd. Ein solcher Anblick ist selten geworden. Nur noch bei Regatten hat man das Glück, mehrere Zeesboote zugleich zu sehen; seit die altertümlichen Fahrzeuge, die oft älter sind als ihre Besatzung, in ihrem ursprünglichen Behufe ausgedient haben, sind sie als Sportboote unter Segeln. Heute fährt kaum noch ein Fischer aus, um mit der Zeese zu treiben. In Stralsund also, der einstigen Hochburg der Zeesenfischerei, ist es nur noch Max Heise, der an manchen Sommerabenden die Maschine anwirft, mit Motorkraft den Liegeplatz verläßt und, wenn er den Molenkopf passiert hat, das »Röchelisen« abstellt und die Segel setzt. Er tut es nicht, um Brot und Zubrot zu verdienen, er ist längst im Ruhestand, über siebzig, wie sein »Macker«, sein Vormann, Karl Waltenberg auch. Hobby, Nostalgie? Wohl nicht. Es ist eine Tätigkeit, die viele Jahre ihres Lebens ausfüllte, die ihr Leben bestimmte. Man ist geneigt zu sagen, »es liegt ihnen im Blut«, denn schon ihre Väter und Vorväter gingen diesem Gewerbe, einem der ältesten der Menschheit, nach, der Fischerei; und auch sie waren Zeesenfischer. Nun ist die Zeesenfischerei, die in den mecklenburgischen und vorpommerschen Bodden und Haffen verbreitet war, sicher nicht die älteste Art zu fischen. Der Zeesener hat sein Boot nicht selbst gebaut, wie er einst seine Netze selbst knüpfte und auch meist den Hanf und Flachs dazu zog. Den Zeesekahn (Zesekhan), wie die ältere Form unseres Fahrzeugs hieß, und auch das spätere Zeesboot, ließ er sich von einem erfahrenen Meister auf der Lastadie zimmern. II

Termékadatok

Cím: Zeesboote [antikvár]
Szerző: Hermann Winkler
Kiadó: VEB Hinstorff Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 180 mm x 250 mm
Hermann Winkler művei
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