Bővebb ismertető
Vorrvort Die vorliegende Studie geht von der Erkenntnis aus, dafí der vierte Evangelist ebensogrofí ist als Denker wie als Gestalter. Die Ostkirche spricht mit Redit von ihm als von „Johannes dem Theologen". Seine theologisch-denkerisdie Darstellung und Durchdringung des Evangeliums, empfangen in pneumatischer Sdiau, stelit ihn selbstandig neben Paulus in der Geschichte der Urdiristenheit und reiht ihn ein in die Reihe der grófién antiken Denker wie Heraklit und Sokrates, Plató und Poseidonius, Zeno und Philo. Seine denkerische Leistung ist untrennbar von seiner schriftstellerisch-gestalterischen Leistung. Das kommt in der Konzeption des Evangeliums zum Ausdruck, die nicht nur Einzelperikopen, unter bestimmten Gesichtspunkten geordnet, aneinanderreiht; sie schafft vielmehr ein Ganzes. Dieses Ganzé wird ebenso sichtbar wie die es webenden und gestaltenden Fádén. Die Absicht der Studie ist nicht Einzelexegese, wie sie in den Kommentaren zum Johannes-Evangelium gegeben wird, sondern sie will die Erkenntnis der kompositorisdien Arbeit des Evangelisten fördern, vor allém durch Auf heilung der Gliederung des Ganzén und durch Einsicht in die die Komposition bestimmenden Linien und Aussagen. Unsere Studie versteht das Evangélium nicht als eine in Unordnung geratene Arbeit, die Redaktoren wieder zu einem einigermafien sinnvollen Ganzén zusammengefügt habén, sondern als ein sinnvolles, jedoch unvollendet gebliebenes Ganzes. Wir suchen alsó keine Urgestaít und nehmen, bis auf eine náher zu begründende Ausnahme, keine Umstellungen vor, sondern begreifen das Evangélium in seiner vorliegenden Gestalt als sinnvolle Komposition. Der unvollendet gebliebene Charakter hat Redaktionsarbeit verursacht, die u. E. höchst zurückhaltend und sparsam vorgegangen ist. Unsere Studie verdankt der Einzelexegese der Kommentare und Monographien zum Johannes-Evangelium viel, auch in Hinsicht auf die Frage nach der Komposition des Evangeliums, und wir hoffen, mit ihr fruditbar auf das Verstándnis des Evangeliums zurückwirken zu können, das Luther das redite einige zarte Hauptevangelium genannt hat. Wartburgstadt Eisenadi, l.September 1960 Waltér Grundmann