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EINLEITUNG
Zinn ist ein hellgrau bis silbrig schimmerndes Metall. Als chemisches Element — Zeichen Sn = Stannum — mit dem spezifischen Gewicht von 7,3 und Atomgewicht 118,7, kommt es niemals in reiner Form, sondern immer in Verbindung mit anderen Erzen vor. Es wird aus dem Zinnstein, dem sogenannten Kasserit gewonnen und findet sich als Bergzinn im Untertagebau genauso wie als Zinngraupen in oberirdischen Gerollen.
In komplizierten und langwierigen Verfahren gepocht — das heißt, in einem Pochwerk zerstoßen -, geröstet, geschlämmt, geläutert und schließlich in Bleche oder Stangen gegossen, wurde Zinn von allen Beimengungen gereinigt. Und schnell entdeckte der Mensch die speziellen Besonderheiten: Zinn hat einen sehr niedrigen Schmelzpunkt von 232 °C. Damit liegt das Metall unter den Schmelzpunkten von Wismut (271 Kadmium (321 Blei (327°) und Antimon (631°) und weit unter den Edelmetallen. Es hat bei großer Dehnbarkeit eine geringe Härte, läßt sich schlagen, walzen und gießen und ist gegen athmosphärische oder chemische Einflüsse weitgehend unempfindlich.
So läßt sich leicht erklären, warum Zinn zu einem beliebten Ausgangsmaterial verschiedenster Produktionen werden konnte. Es läßt sich nicht genau feststellen, wann der Mensch lernte, Zinn aus seinen natürlichen Verbindungen zu isolieren und rein zu gewinnen. Gewiß ist nur, daß bereits in vorgeschichtlicher Zeit Zinn als Einlage in Ton oder in Form kleiner gegossener Figürchen eine Rolle spielte.
Den wohl bedeutendsten Beitrag zur Kulturgeschichte der Menschheit formulierte Franz Maria Feldhaus in seinem 1914 erschienenen Lexikon „Die Technik" folgendermaßen: „Die