Bővebb ismertető
EinleitungDieser Atlas entstand 1970 aus dem Grundgedanken, für das so erfreulich faszinierende Studium des Weins ein HUfsmittel zu schaffen, durch das es einfacher, klarer und genauer werden sollte. Wer immer dem feinen Unterschied in der verwirrenden Vielfalt der Weine dieser Welt auf die Spur zu kommen und sie in Erinnerung zu behalten versucht, wird Landkarten als seine logischen, ja unerläßlichen Bundesgenossen betrachten. Landkarten machen Unterschiede und Beziehungen klar, Namen stehen nicht mehr allein da, sondern bilden Steinchen eines Mosaiks, Geschmackseigenarten formen sich zu einem Gesamtbild, das besser im Gedächtnis haftet als einzelne Eindrücke.Bei der Überarbeitung für die nunmehr vorliegende vierte Ausgabe ist mir aufgefallen, wie sehr sich in diesen 23 Jahren der Wandel beschleunigt hat. Die erste Ausgabe kam 1971, die zweite 1977 und die dritte 1986 heraus. Jede neue Version brachte mir Wagenladungen neuer Informationen und mit ihnen die Erkenntnis, daß die Welt des Weins weit von jedem geruhsamen Verweilen entfernt war, sondern vielmehr stetig einem goldenen Zeitalter hoher Qualität und Vielfah zuzu-Streben schien.Die vierte Ausgabe erscheint nun in einem ungewisseren BClima. Die 1990er Jahre wurden von Revolutionen eingeleitet, die der politischen Landkarte Europas ein neues Gesicht gegeben, aber auch unsere Begriffe von Tradition, unsere Methoden der Datenerfassung und -analyse und die weltweite Ausbreitung neuer Technologien zutiefst beeinflußt haben.Das Ende des kalten Kriegs versetzte dem gewohnten Stabüitätsgefühl einen Stoß, traf aber auch mit dem Anfang einer Depression zusammen, die viele sicher fundierte Unter-nehmen bedrohte und auch die Wohlhabenden der Welt dazu veranlaßte, auf den Pfennig zu schauen. Diese Verhältnisse haben Spannungen, ja Risse in der über lange Zeit gewachsenen Welt des Weins hervorgerufen. Es haben sich grundsätzliche Debatten darüber entsponnen, wie Wein zu beschreiben, zu definieren, zu bewerten ist. Will man die heutige Situation verstehen, dann geht man am besten von dem Punkt aus, an dem ich mich 1970 in einer Welt akzeptierter Konventionen, gewissermaßen im Stand der Unschuld, befand.Damals war Frankreich das einzige Land mit umfassenden Weingesetzen auf geographischer Basis - das Ergebnis der Gründung des Institut National des Appellations d'Ori-gine in den 1930er Jahren.Die neuen Appellations wurden in den 40er Jahren von Louis Larmat kartographisch her-vorragend ausgearbeitet. Larmats Weinlandkarten blieben die einzigen detaillierten Darstellungen dieser Art, bis dieser Atlas zum ersten Mal erschien. Seither hat ein Land nach dem anderen die Grenzen seiner Weinanbauflächen auf Landkarten festgehalten oder neu definiert.Italien begann damit in den 60er Jahren, Spanien folgte 1970, Deutschland 1971, Österreich und Südafrika 1972. Später kamen dann Portugal, Griechenland, das ehemalige Jugoslawien, Neuseeland, Argentinien, Chile, Bulgarien und seit 1980 auch die USA hinzu. 1993 schaffte es sogar Australien noch ins Ziel, wenigstens mit einer langen Liste von Wembaubereichen - wenn auch die Karten dazu noch fehlten. Als starke Motivation steht hinter allem der Harmonisierungsdrang der EG.Die Karten in diesem Adas beruhten ursprünglich weitgehend auf inoffiziellen Quellen, mehr auf altem Herkommen als auf amtlicher Festlegung. Ein Jahr nach dem anderen brachte genauere Daten, neue Bezeichnungen und weitere Verfeinerungen bereits bestehender Bezeichnungssysteme.Während nun die Staaten aufgebrochen sind, ihre jeweiligen Traditionen mit den zuerst von Frankreich geschmiedeten Waffen zu verteidigen, treibt der bekannte Effekt der ach so klein gewordenen Weh alles in die entgegengesetzte Richtung. Die Appellationsbehörden, vor allem die französischen, sehen dem 21. Jahrhundert mit einiger Besorgnis entgegen.Das mit ebensoviel Mühe wie Erfolg auf der Grundlage der terroirs bestimmter Orte aufgebaute Bezeichnungssystem hat fast religiöse Kraft, doch wie jede Religion verlangt es Glauben - Ketzerei aber wirkt ansteckend. In den 1980er Jahren erstarkte das Ketzertum - zwar nicht in Frankreich, wohl aber in der Neuen Weh, die doch Frankreich verehrt und nachahmt. Die Behauptung lautet, daß es allein auf die Rebsorte ankomme.