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Wer war Peter Suhrkamp ?>Das Dichten darf nicht aufhören.< Peter SuhrkampWer war Peter Suhrkamp ? In seinen letzten Jahren gab er mir seine Reden und Schriften im Manuskript zu lesen. So auch seine Ansprache aus Anlaß der Ehrenmitgliedschaft in der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung, die er am 6. Mai 1957 hielt. Ein Satz in dieser Ansprache sei ihm wichtig, ob ich ihn wohl fände ? Ich tippte zuerst auf den Schlußsatz, der seine ehrfürchtige Verbeugung vor Wilhelm Lehmann enthielt; eine typische Suhrkamp-Haltung, die sich selbst die Gelegenheit einer außerordentlichen persönlichen Ehrung nicht entgehen läßt, um einen anderen zu rühmen, einen seiner Autoren. Aber der Satz war es nicht, den Suhrkamp meinte; beim zweiten Versuch traf ich ihn dann: Da ist mir, wie übrigens schon manchmal in meinem Leben, deutlich wieder bewußt geworden, daß es verschiedene Figuren sind, als welche ich mein Leben immer gelebt habe. Sie, als Dichter, werden gewiß verstehen, was ich meine. Suhrkamp sprach dann von zwei solcher Figuren. Die erste Figur sei in seinem Intellekt und an den greifbaren Realitäten des Lebens herangewachsen, sie sei jene Person, die die Zuhörer erkennten, jener Skeptiker und Eigensinnige, der Schriftsteller der Gelegenheit, der freilich gestand, daß ich >schreiben mußte<, allerdings nur, um mit mir selber wieder in Ordnung zu kommen, und der Verleger, der freilich auch als Verleger Einzelgänger sei. Die zweite Figur, ebenfalls in seiner Kindheit angelegt, sei aus Traum und Phantasie gebildet und bewegt von den Bildern der Bibel und der Dichtungen. Wie die erste Figur sei auch die zweite in sein Leben hineingewachsen, dort hat sie heute ein