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Vorwort
Von August 1954 bis Ende 1957 war ich Gastdozent am Labora-tory of Socio-environmental Studies des National Institute of Mental Health in Bethesda, Maryland. Während dieser drei Jahre stellte ich einige kürzere Untersuchungen über das Verhalten auf den Stationen des National...
Die wirkliche Konsistenz von gelabtem Leben kann kein Schriftsteller wiedergeben.E. L. DoctorowAUS ALLEN HIMMELN STÜRZENdas war der Satz, der mir einfiel, als ich in L. A. landete und die Passagiere des Jet dem Piloten mit Beifall dankten, der die Maschine über den Ozean geflogen, von See her die...
Warum Fußball? : Ein VorwortUnd warum, kann man leicht fragen, wir? Ist es der Wunsch, noch mal ein Junge zu sein, unbelastet von beantworteten Fragen und offenen Rechnungen? Stabil ist ja der Anteil einähriger Jungs im Lande, welche die nervtötende Frage, was sie einmal werden wollen, mit der...
Im Februar 1945 saßen wir in einem stehenden Viehwaggon auf einer Bank, ich konnte mich nicht losreißen von der offenen Tür, durch die von der verschneiten Ebene her der Wind blies. Weg von Budapest wollte ich, nach Hause, ich will kein Gast sein, deshalb diese einwöchige Reise nach...
Wer war Peter Suhrkamp ?>Das Dichten darf nicht aufhören.< Peter SuhrkampWer war Peter Suhrkamp ? In seinen letzten Jahren gab er mir seine Reden und Schriften im Manuskript zu lesen. So auch seine Ansprache aus Anlaß der Ehrenmitgliedschaft in der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung,...
Man muss, wenn man etwas zu verbergen hat, mehr tun, als man selber für nötig hált. Obwohl Wolf wufite, dafi ihn niemand beobachtete, benahm er sich, als müsse er jemanden, der ihn ununterbro-chen beobachtete, von seiner Harmlosigkeit über-zeugen. Er pfiff, zum Beispiel, öfter vor sich hin....
Vorbemerkung Die vorliegende Publikation stellt eine veránderte und erweiterte Fassung einer bereits Ende 1971 abgeschlossenen Arbeit dar. Mein Dank gilt all denen, die am Zustandekommen dieser Untersuchung beteiligt waren. Insbesondere Ulrich Oevermann, seinerzeit Assistent in Frankfurt, bin ich...
Geboren und aufgewachsen bin ich in einer kleinen, niedrigen Erdgeschoß Wohnung von etwa dreißig Quadratmetern. Meine Eltern schliefen auf einem Bettsofa, das abends, wenn es ausgezogen war, das Zimmer fast von Wand zu Wand ausfüllte. Frühmorgens schoben sie dieses Sofa wieder völlig in sich...
Februar 1932 traf ich auf der Durchreise in Mündien einen Bekannten namens Lukas Kristl, der schon seit einigen Jahren Gerichtssaalberichterstatter ist. Er sagte mir damals ungefähr folgendes: ich (Kristl) verstehe die Dramatiker nicht, warum nämlich diese Dramatiker, wenn sie Tatbestand und...
HISTORISCHE Rekonstruktion ist nicht eine der Hauptabsichten dieses Werks. Man könnte es vielleicht eine Fantasie über gewisse Ereignisse und Personen aus den legten Tagen der Römischen Republik nennen. Die größte Freiheit, die sich der Verfasser nahm, besteht in der Verlegung eines...
Es war einmal vor langer Zeit und das war eine sehr gute Zeit da war eine Muhkuh die kam die Straße herunter gegangen und diese Muhkuh die da die Straße herunter gegangen kam die traf einen sönen tieinen Tnaben und der hieß Tuckuck-Baby Sein Vater erzählte ihm diese Geschichte: sein Vater sah...
Vom Wahnsinn des Unterfangens
ein so riesiges Lebenswerk auf nur ein Prozent zu reduzieren, könnte mit jedem Recht verlangt werden, dal? er wenigstens Methode habe. So muí? der Herausgeber gleich an den Eingang dieser Auswahl das Gestándnis setzen, wie wenig sicher er ihrer Methodik ist, ja...
Einige Worte vorweg
Ich wurde geboren, als das Gemetzel des Zweiten Weltkriegs in vcjllem Gange war, und ein großer Teil meiner Jugend war geprägt vom Warten darauf, daß der Planet in Stücke flöge, weil jemand versehentlich auf einen Knopf gedrückt und die Atombomben ge/ündet hätte....
Die Freitreppe war nicht hoch. Ich hatte ihre Stufen tausendmal gezählt, sowohl beim Hinaufgehen als auch beim Hinuntergehen, aber die Zahl habe ich nidit mehr im Gedächtnis. Ich habe nie gewußt, ob man eins mit dem Fuß auf dem Bürgersteig sagen sollte und zwei mit dem folgenden Fuß auf der...
Solange die tradierten Schranken der Wissenschaftszweige nodi gehütet werden, bleibt ein interdisziplinárer Ansatz zu einer Problemlösung schwierig. Es gibt zu wenig Institutionen, die sich solcher Fragen annehmen. Deswegen gebührt denjenigen besonderer Dank, die der wissenschaftlichen...
Ich erzähle hier die Geschichte des Jahres neunzehnhundert siebenundsiebzig. Heute ist Montag, der siebzehnte Oktober, kurz nach zwölf, nein, null Uhr zwei. Ich korrigiere, heute ist Montag, der siebzehnte zehnte, null Uhr drei, eben ist das dunkle Silberglimmen der Ziffern meiner Uhr von zwei...
I
Zueignung
Die traurige "Wissensdiaft, aus der ich meinem Freunde einiges darbiete, bezieht sich auf einen Bereich, der für undenklidie Zeiten als der eigentliche der Philosophie galt, seit deren Verwandlung in Methode aber der intellektuellen Nichtachtung, der sententiösen "Willkür und am...
Achim Eschbach Einleitung
Es war im Frühsommer 1980, als György Szépe, meine Frau Viktória und ich einen unserer Mittagsspaziergänge durch die Budapester Burg machten. Wie gewöhnlich hielt Gyuri eine seiner weitausgreifenden und ungemein detailreichen Vorlesungen, wobei uns diesmal -...
I
Im Anfang war der Mythus. Wie der große Gott in den Seelen der Inder, Griechen und Germanen dichtete und nach Ausdruck rang, so dichtet er in jedes Kindes Seele täglich wieder.
Wie der See und die Berge und die Bäche meiner Heimat hießen, wußte ich noch nicht. Aber ich sah die blaugrüne...
Es gibt eine Geschichte von Rudyard KipUng, die heißt: »Die schönste Geschichte der Welt«. Sie war die Titelgeschichte einer Sammlung von Geschichten. Mit diesem Buch kam ich, ich mochte etwa zwölf Jahre gewesen sein, nicht zu Rande. Man hatte es mir geschenkt, aber ich konnte mich nicht...
Den Staatsmann, welcher heute noch Weltpolitik treiben will aus rein national-eigensüchtigen Programmen heraus, der den Ruf der Menschheit auch jetzt noch nicht vernommen hat, setzen wir ihn doch lieber heute schon vor die Tür als erst, wenn noch mehr Millionen für seine Dummheit geblutet...
POLITISCHES
In der ganzen Welt ist jeder Politiker sehr für Revolution, für Vernunft und Niederlegen der Waffen - nur aber beim
Feinde, ja nicht bei sich selber! (i)
*
Warum ist man nur dort für die Selbstbestimmung der
Nationen, wo man Profit davon hofft? (2)
*
An einen Krieg dachte...
Volksweise
Mich rührt so sehr böhmischen Volkes Weise, schleicht sie ins Herz sich leise, macht sie es schwer.
Wenn ein Kind sacht singt beim Kartoffeljäten, klingt dir sein Lied im späten Traum noch der Nacht.
Magst du auch sein weit über Land gefahren, fällt es dir doch nach Jahren...
Ein ungeheures SchiffIm Frühsommer, zu frühester Morgenstunde, tief in den Alpen, am Vereinigungspunkt zweier Täler, auf grünen Eisenstühlen vor einem noch schlafenden Café sitzen zwei Gestalten, an ihrer Aufmachung und Ausrüstung unschwer als Alpinisten zu erkennen (dicke Wollkleidung und...
lum Bühnenbild
Viele Szenen spielen in der Zwei-Zimmer-Küclie-Bad-Woh-nung. Sie könnte simultan aufgebaut sein. Ein anderer Schauplatz auf der Bühne könnte für alle Szenen außerhalb der Wohnung benützt werden.
Das wäre tedinisch sparsam und dramaturgisch vernünftig. lum Dialekt
An...
Eins
Ich heiße Eva, das bedeutet Leben, wie in einem Buch zu lesen war, in dem meine Mutter nach einem Namen für mich suchte. Ich wurde geboren im hintersten Zimmer eines düsteren Hauses und wuchs auf zwischen alten Möbeln, lateinischen Büchern und menschlichen Mumien, aber das alles konnte...
II. September, rue Touiller. So, also hierher kommen die Leute, um zu leben, idi würde eher meinen, es stürbe sich hier. Ich bin ausgewesen. Ich habe gesehen: Hospitäler. Ich habe einen Menschen gesehen, welcher schwankte und umsank. Die Leute versammelten sich um ihn, das ersparte mir den...
1. Bild
Wohnzimmer bei Beratter, Berotter, Olga, Clementine, diese vorerst hinter der Szene
clementine Wo ist wieder der Schlüssel in den Wäscheschrank? Alles wird bei uns verlegt.
BEROTTER Kannst du nicht antworten?
CLEMENTINE Wenn ich die Betten überziehen muß.
BEROTTER Die Seitz...
Notiz in der »Berliner Zeitung« vom 26. Dezember:
Am Abend des 24. Dezember wurde der Jugendliche Edgar W. in einer Wohnlaube der Kolonie Paradies II im Stadtbezirk Lichtenberg schwer verletzt aufgefunden. Wie die Ermittlungen der Volkspolizei ergaben, war Edgar W., der sich seit längerer...
Nach vier Jahren Gorbatschowscher Reformpolitik eine Aufsatzsammlung herauszugeben, die Gedanken von Autoren aus Polen, der Tschechoslowakai und Ungarn - aus jener Zone also, die neuerdings wieder Ostmitteleuropa genannt wird - vereint, setzt sich leicht dem Verdacht des Anachronismus aus. Bedarf...
Das Interesse, das seit einiger Zeit Diskussionen über den Roman und insbesondere die von Vertretern des sogenannten »Nouveau roman« entwickelten Ideen hervorrufen, veranlaßt viele Leute zu glauben, diese Romanciers seien kalte Experimentatoren, die zunächst Theorien ausgearbeitet haben und...
Meine Mutter fürchtete die Schlangen. An warmen Sommertagen gingen wir durch das Rosental, die bei Sturmfluten vom Meer überspülte Flur auf brackigem Grund, das Gut zu sehen, Ephraimshagen mit seiner abweisenden gekalkten Mauer, der junkerlichen Auffahrtsallee, dem Säulenportal von...
Wahrscheinlich Konrad von Tillendorf, ein jüngerer und für seine Jahre dicklicher Mann, damals wohnhaft auf der Kyburg, vielleicht auch ein anderer, der Grisler hieß und in den gleichen Diensten stand, jedenfalls aber ein Ritter ohne Sinn für Landschaft ritt an einem sommerlichen Tag des Jahres...
Die Gefahr liegt darin, die Gleichsetzungen allzusehr abzurunden. Die Vorstellung von Philosophie und Philologie als einem singenden Mohrenduo aus dem Teatro dei Piccoli ist beruhigend, ebenso wie der Anblick eines sorgfältig zusammengeklappten Schinkenbrots. Giambattista Vico selbst konnte dem...
Artikel 1-10. November 1970Lächeln als SelbstschutzChina ist die Nation der Welt, die die höchste Einwohnerzahl hat. Die Mehrzahl der Chinesen lebt dicht beieinander. Will man lernen, in einer Gemeinschaft zu leben, sollte man also nach China fahren. Man bekommt dort unter Mao Tse-tung jetzt auch...