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Hans Christian Andersen
Der Spielkamerad
Es war in einem kleinen Städtchen. In der Gaststube saß der Bärenführer und aß sein Abendbrot. Der Bär stand draußen hinter dem Holzstoß angebunden, der arme Petz, der niemand etwas zuleide tat, obwohl er grimmig aussah.
Oben in der Dachkammer spielten im Mondschein drei kleine Kinder, das älteste mochte sechs Jahre alt sein, das jüngste nicht mehr als zwei.
„Klatsch, klatsch!" kam es die Treppe herauf. Wer konnte das wohl sein? Die Tür sprang auf — es war der Petz, der große zottige Bär.
Er hatte Langeweile gehabt unten im Hofe und nun den Weg zur Treppe hinauf gefunden. Die Kinder erschraken sehr über das große zottige Tier, jedes kroch in einen Winkel. Er entdeckte sie alle drei und beschnüffelte sie, tat ihnen aber nichts zuleide.
Das ist gewiß ein großer Hund, dachten die Kinder und streichelten ihn; er legte sich auf den Fußboden, der kleinste Junge kletterte auf ihn hinauf und spielte mit seinem blonden Köpfchen Verstecken in dem dichten, schwarzen Pelz. Jetzt nahm der älteste Knabe seine Trommel und schlug darauf, daß es dröhnte. Der Bär erhob sich auf die Hinterfüße und fing an zu tanzen, es war allerliebst anzusehen. Jeder Knabe nahm jetzt sein Gewehr, auch der
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Bär mußte eins haben, und er hielt es recht ordentlich fest. Es war ein prächtiger Kamerad, den sie gefunden hatten, und dann marschierten sie: „Eins, zwei, eins, zwei!" —
Da griff jemand an die Tür, sie ging auf — es war die Mutter der Kinder.