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Ikbal Sokak No. 22, j. Stock Kügükgekmece
In spätestens zwei Wochen stehst du heulend wieder vor der Tür«, sagte mein Vater. Er hockte wie immer mit angezogenen Beinen in der Sofaecke, die Füße auf dem orange gemusterten Schonbezug, und rauchte eine stinkende filter-lose Zigarette, die er nun, wie um seine Überzeugung noch zu bekräftigen, ausdrückte.
Ich stand vor ihm, steif wie ein Zinnsoldat. Er würdigte mich keines Blickes. Durch den offenen Fensterflügel fiel ein Lichtstrahl auf ihn. Schweiß und Schmutz standen ihm auf der Stirn, und die Stoppeln seines angegrauten Schnurrbarts betonten die verächtlich gekräuselte Oberlippe. Mein Blick wanderte über seinen Hals zu den weißen Brusthaaren, die aus dem offenen Hemd wucherten, und weiter über die Schultern. Eine linke Hand hatte mein Vater nicht. Auch keinen linken Arm. Mir kam es so vor, als habe er ihn nie gehabt. Die linke Hälfte seines Körpers fehlte. Er besaß kein Herz.
»Könntest du mir nicht mal was Positives sagen?« fragte ich. »Ein einziges Mal?«
Er fuhr mit der verbliebenen Hand durch die Luft und brüllte:
»Hau ab, laß mich in Frieden. Werd' erst mal ein ordentlicher Mensch, dann kannst du was Positives hören.«