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Indische Sagen [antikvár]

Indische Sagen [antikvár]

 
VORREDE DES HERAUSGEBERS Nächst dem Dichter und Meisterübersetzer Friedrich Rückert hat wohl niemand so viel dazu beigetragen, Begeisterung für indische Dichtung in Deutschland zu erwecken, als Adolf Holtzmann,^ dessen »Indische Sagen« zu den Perlen deutscher Übersetzungskunst und zum klassischen Bestand der deutschen Übersetzungsliteratur gehören. Kein geringerer als der Dichter Friedrich Hebbel begrüßte diese indischen Dichtungen als eine erwünschte Bereicherung der deutschen Literatur. Er fand in ihnen »einen Schatz wahrer...
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VORREDE DES HERAUSGEBERS Nächst dem Dichter und Meisterübersetzer Friedrich Rückert hat wohl niemand so viel dazu beigetragen, Begeisterung für indische Dichtung in Deutschland zu erwecken, als Adolf Holtzmann,^ dessen »Indische Sagen« zu den Perlen deutscher Übersetzungskunst und zum klassischen Bestand der deutschen Übersetzungsliteratur gehören. Kein geringerer als der Dichter Friedrich Hebbel begrüßte diese indischen Dichtungen als eine erwünschte Bereicherung der deutschen Literatur. Er fand in ihnen »einen Schatz wahrer Poesie, welcher elektrische Kraft genug innewohnte, um noch durch den Kon» duktor der weit abliegenden abendländischen Sprachen hindurch Herzen zu erschüttern und Gemüter zu entflammen.«^ Er begeisterte sich insbesondere an Holtzmanns Bearbeitung des »König Nal«, die er der von Rückert vorzog. »Diese reizendste Episode des Mahäbhärata«, sagt Hebbel, »wirkt erst in seiner (Holtzmanns) Einkleidung, wie sie wirken soll, und kommt mir wie eine Meer^ lilie vor, die sich auf dem Rücken des Ozeans schaukelt. Ja, das ist Poesie für alle Völker, das verdient, aus einer toten Sprache in alle lebenden hinüberge» rettet zu werden, das ist ein Gewinn für jede Literatur! Soviel Frische bei so« viel Fülle; ein längst vergangener, rund in sich abgeschlossener Zustand der Welt, der nie wiederkehren kann, wie er auch in den homerischen Dichtungen sich spiegelt, und doch in jeder Menschenseele das Organ, ihm in Lust und Leid nachzufühlen und zu begreifen!«® Und mit noch größerer Begeisterung empfiehlt Richard Wagner seiner Freundin Mathilde Wesendonk aufs drin« gendste Holtzmanns »Indische Sagen«, indem er ihr aus London (am 30. April 1855) schreibt: »Ihre Lektüre ist meine einzige Wonne hier gewesen. Alle sind schön, aber — Säwitri ist göttlich, und wollen Sie meine Religion kennen lernen, so lesen Sie Usinar. Wie beschämt steht unsere ganze Bildung da vor dieser reinsten Offenbarung edelster Menschlichkeit im alten Orient.«* Wenn aber die »Indischen Sagen« schon um ihres literarischen Gehaltes willen an und für sich es wohl verdienen, der Vergessenheit entrissen und der deutschen Leserwelt in einer Neuauflage vorgelegt zu werden, so ist dies um so mehr berechtigt, als wir in deutscher Sprache^ noch immer keine voll« ständige Übersetzung und auch nicht einmal eine annähernd vollständige Be« arbeitung der beiden großen indischen Nationalepen Mahabharata und Rämä» Jana besitzen. Adolf Holtzmann ist nicht nur der erste, sondern bisher auch der einzige, der in seinen »Kuruingen« und seinem »Räma« die eigentliche indische Heldendichtung in deutscher Sprache dichterisch bearbeitet hat. Denn alle die verschiedenen Episoden des Mahäbhärata, die von Bopp, Rückert u. a. ins Deutsche übersetzt worden sind, haben mit »Heldendichtung« wenig zu

Termékadatok

Cím: Indische Sagen [antikvár]
Kiadó: Verlegt bei Eugen Diederichs
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 190 mm x 240 mm
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