Bővebb ismertető
Ich erzähle hier die Geschichte des Jahres neunzehnhundert siebenundsiebzig. Heute ist Montag, der siebzehnte Oktober, kurz nach zwölf, nein, null Uhr zwei. Ich korrigiere, heute ist Montag, der siebzehnte zehnte, null Uhr drei, eben ist das dunkle Silberglimmen der Ziffern meiner Uhr von zwei auf drei gesprungen, gewisser Zeitwahn, um mich Nacht. Mir eilt, weil ich durch Lähmung viel Zeit verloren habe, jetzt aber endlich hier zuende kommen will. Natürlich weiß ich, daß ich nicht der Gelähmte bin. Der Kopf bewegt sich, wenn ich will, die Hände öffnen sich, ich drehe mich um, wenn ich hinter mir was höre, weil die Dachluke ächzt. Ich bin der Gelähmte. Sage ich es, bin ich es nicht mehr, das ist das verrückte, sagen vernichtet das gesagte, sagt die Lähmung und verstummt. Geknebelt und gefesselt liegt man vierundvierzig Tage da, nicht tot, kann nicht sterben, lebt. Plötzlich steht man auf und sagt, ich bin der Gelähmte, und automatisch geht es in der Kammer hin und her, daneben liegt das tote Bett. Schritteweise ballt sich Kraft zusammen und fährt in einen rein, man wird sich wieder Sache, die einem ganz normal erscheint als richtiger Gegenstand. Ich saß also am Tisch, um mich die Materialien, Akten, Karten, Notnotizen, und das ganze ordnete sich mir und war so augenblicklich klar. Ich hörte, bitte sprechen, ich höre, was diktiert, diktiert, ich schreibe. Ursprünglich sollte hier der Staat verhandelt werden. Gut ein Jahr lang habe ich die Vorarbeiten in diese Richtung hin getrieben, vergeblich. Der Anspruch war vermessen, falsch, nicht richtig vermessen, nicht für mich, Resultat war Lähmung. Der Staat ist ungeheuerlich, die Ungeheuerlichkeit, die ein einer, wie ich hier, nicht fassen kann. Schließlich schießt der Staat aus den Gewehren echte Menschen tot, nichttote Menschen werden staatsbefehlsgemäß in Staatskerkern gefoltert, Staatstheater spielen echte Stücke, siehe Stammheim, Stichwort Krieg, die Staatsorchester musizieren